hola!
das ist die begruessung, die jeder pelegrino (pilger) zu hoeren bekommt. ich gruesse einfach jeden mit einem breiten grinser im gesicht und bin immer erfreut, wenn sowohl von den spaniern als auch von den anderen pelegrinos ein laecheln zurueck kommt. aber nicht nur dies....als ich und kay letzte woche in logrono einliefen kam uns ein kleines maedchen an der hand ihrer mutter entgegen und rief freudestrahlend mit einem grinser im gesicht "PELEGRINOS!!" und zeigte auf uns. das sind begegnungen die einfach herzergreifend sind und einem fuer immer im gedaechtnis bleiben.
oder beim ueberqueren einer autobahnbruecke, selbst die fahrer haben gewunken und hupten uns zur anfeuerung zu. wobei pilger hier wirklich alltaeglich sind und nichts mehr besonderes, ist es einfach schoen auf so eine resonanz zu treffen.
der weg, der mit gelben pfeilen und/oder jakobsmuscheln immer gut gekennzeichnet ist fuehrt meistens an der jeweiligen kirche der orte vorbei. ich habe es mir zu einer kleinen tradition gemacht in jeder kirche, die geoeffnet ist und die mir die moeglichkeit bietet zwei kerzen anzuzuenden...damit sie mich auf meiner weiteren etappe beschuetzen.
aber nicht nur die zwei flammen helfen mir bei kraeften zu bleiben. ein kleines armband geschmueckt mit einem kleinen engelchen von meiner lieben freundin sophie und ein tao-kreuz um meinen hals welches mir am weg von einem sehr tollen und wichtigen menschen geschenkt wurde hindern mich aufzugeben. mir kam dazwischen einmal der gedanke fuer ein paar kilometer den bus zu nehmen, da ich zwei naechte in burgos blieb um mir die stadt genauer anzusehen und um abschied zu feiern. gott sei dank hab ich den gedanken schnell verworfen und momentan ist es mein ziel die strecke auch wirklich ohne bus zu schaffen. und das bekomm ich auch hin. ich habe gelernt, dass allein mein wille zaehlt. egal wie konditioniert oder sportlich hier die leute sind....der camino schafft jeden mal. allein mein wille und mein ziel vor augen treiben mich jeden tag zu wirklichen hoechstleistungen an. so dass ich bis jetzt, wenn ueberhaupt mit maennern lief, da die mit mir schritt halten konnten....dass haette mir jemand noch vor ein paar wochen erzaehlen sollen....wenn man etwas wirklich will, geht einfach alles!!!!
immer wieder kommt es vor, dass am wegrand ein kreuz steht. fuer einige war ihr camino leider ihr letzter weg. es gibt wirklich schwere etappen und die hitze machen sie nicht leichter. gestern kam ich nach einem berg zu einem kreuz eines spaniers, er hatte das gleiche geburtsjahr wie ich, 1984, und er starb mit nur 24 jahren. dass sind die dinge, die mich wieder in gedanken zurueck bringen zu dem grund warum ich meinem camino laufe. weil ich einfach beschloessen habe mir meine traeume und wuensche einfach zu erfuellen und nicht mehr zu warten und sie aufzuschieben....
so, bei der naechsten moeglichkeit wo ich internet bekomme werde ich euch mal von den vielen lieben leuten schreiben, die ich bis jetzt begleiten durfte. leider ist es mir nicht immer moeglich so ausfuerlich oder ueberhaupt zu schreiben....
buen camino!!
"diese seite ermöglicht es mir meinen gedanken freien lauf zu lassen und meine pläne rund um den jakobsweg preis zu geben. den einen wird es interessieren, den anderen nicht. so soll es sein. aber meine freunde haben so die möglichkeit meinen weg mitzuverfolgen, der bereits begonnen hat. ihr seid herzlich willkommen den weg mit mir gemeinsam zu gehen. meine gedanken zu lesen und meinen träumen beizuwohnen."
18. September 2011
17. September 2011
tagein, tagaus...
eigentlich wollte ich viel oefters bloggen, als es mir jetzt moeglich ist. einmal ein grosses sorry. die letzten tage waren sehr ereignisreich, besser formuliert...sehr intensiv fuer mich.
mittlerweile durchquere ich die meseta, getreidelandschaft so weit das auge reicht. hat regelrecht was meditatives und ich habe viel zeit meine gedanken zu ordnen.
falls ihr euch gefragt habt was ich so den ganzen tag treibe, hier einmal ein tagesablauf hier auf dem camino:
zwischen 5 und 7 uhr in der frueh stehe ich meistens auf. 5 uhr ist erst zweimal vorgefallen, weil ich einfach wach im bett lag, da die anderen bereits ihre sachen packten. und bevor ich nur rumlieg....bevorzugten wir damals doch eine mondscheinwnaderung ;) und das bei vollmond..einfach wunderschoen.
das rucksack packen geht bereits sehr schnell von hand. alles hat seinen fixen platz. dann beginnt die fusspflege. etwaige druckstellen oder blasen werden abgeklebt und hirschtalg wird fett aufgetragen, rein in die nylonsocken und dann in den socken, ab in die schuhe und los gehts.
gefruehstueckt wird waehrend des laufens, einen muffin, keks oder was auch immer ich mir am vortag gekauft habe. mittlerweile hat es sich bewaehrt bei der ersten station nach ca. 10km einen "cafe con leche" zu trinken, der motiviert und gibt kraft, pusht so richtig schoen.
am tag gehe ich im moment meistens zwischen 25 und 30km. es gab tage da sind es "nur" 22 und es gab einen tag da waren es grandiose 36km. wenn es ein schoenes plaetzchen zwischendurch gibt wird gegessen oder aber und das hab ich die letzten tage getan...ich gehe und gehe und gehe ohne pause einfach durch. und das ist etwas unglaubliches fuer mich. ich, der sportmuffel, die sonst keine kondition hat. es geht mir so leicht von hnd und ich habe gelernt dass es einfach reine kopfsache ist. ich habe ein ziel und dem gehe ich entgegen. und nicht nur ich....viele pilger die mittlerweile wie eine familie fuer mich geworden sind streben nach dem gleichen ziel. das verbindet und schweisst zusammen.
am tagesziel angekommen wir eine herberge gesucht. oeffentlich oder privat...ht beide vor und nachteile. die oeffentlichen haben ihren eigenen charme. die privaten sind meist reinlicher. stockbetten und manchmal sogar 3er stockbetten, unisex toiletten und duschen oder doch getrennt, alles schon da gewesen. mittleweile hab ichmich an alles gewoehnt und dank silikon ohropax hoer ich die schnarcher auch nicht mehr.
es folgt die belohnung des tages....eine dusche und wenn ich gluek habe hab ich auch warmes wasser ;)
dann wird die waesche gewaschen, meist mit der hand oder ich goenn mir den luxus einer waschmaschine mit anderen pilgern. unterwaesche von fremden aufzuhaengen hat auch seinen reiz ;)
dann schreibe ich tagebuch udn lese mir die etappe fuer den naechsten tag durch. um ca. 1900 wird gegessen und um 2200 ist nachtruhe.
so mittlerweile stehen schon wieder pilger hinter mir die gerne an den computer moechten!
ich befinde mich momentan wieder aleine auf meinem weg, lerne fast taeglich neue intereassante leute kennen und denke oft an jene die mich nur ein stueck begleitet haben....
buen camino!!
mittlerweile durchquere ich die meseta, getreidelandschaft so weit das auge reicht. hat regelrecht was meditatives und ich habe viel zeit meine gedanken zu ordnen.
falls ihr euch gefragt habt was ich so den ganzen tag treibe, hier einmal ein tagesablauf hier auf dem camino:
zwischen 5 und 7 uhr in der frueh stehe ich meistens auf. 5 uhr ist erst zweimal vorgefallen, weil ich einfach wach im bett lag, da die anderen bereits ihre sachen packten. und bevor ich nur rumlieg....bevorzugten wir damals doch eine mondscheinwnaderung ;) und das bei vollmond..einfach wunderschoen.
das rucksack packen geht bereits sehr schnell von hand. alles hat seinen fixen platz. dann beginnt die fusspflege. etwaige druckstellen oder blasen werden abgeklebt und hirschtalg wird fett aufgetragen, rein in die nylonsocken und dann in den socken, ab in die schuhe und los gehts.
gefruehstueckt wird waehrend des laufens, einen muffin, keks oder was auch immer ich mir am vortag gekauft habe. mittlerweile hat es sich bewaehrt bei der ersten station nach ca. 10km einen "cafe con leche" zu trinken, der motiviert und gibt kraft, pusht so richtig schoen.
am tag gehe ich im moment meistens zwischen 25 und 30km. es gab tage da sind es "nur" 22 und es gab einen tag da waren es grandiose 36km. wenn es ein schoenes plaetzchen zwischendurch gibt wird gegessen oder aber und das hab ich die letzten tage getan...ich gehe und gehe und gehe ohne pause einfach durch. und das ist etwas unglaubliches fuer mich. ich, der sportmuffel, die sonst keine kondition hat. es geht mir so leicht von hnd und ich habe gelernt dass es einfach reine kopfsache ist. ich habe ein ziel und dem gehe ich entgegen. und nicht nur ich....viele pilger die mittlerweile wie eine familie fuer mich geworden sind streben nach dem gleichen ziel. das verbindet und schweisst zusammen.
am tagesziel angekommen wir eine herberge gesucht. oeffentlich oder privat...ht beide vor und nachteile. die oeffentlichen haben ihren eigenen charme. die privaten sind meist reinlicher. stockbetten und manchmal sogar 3er stockbetten, unisex toiletten und duschen oder doch getrennt, alles schon da gewesen. mittleweile hab ichmich an alles gewoehnt und dank silikon ohropax hoer ich die schnarcher auch nicht mehr.
es folgt die belohnung des tages....eine dusche und wenn ich gluek habe hab ich auch warmes wasser ;)
dann wird die waesche gewaschen, meist mit der hand oder ich goenn mir den luxus einer waschmaschine mit anderen pilgern. unterwaesche von fremden aufzuhaengen hat auch seinen reiz ;)
dann schreibe ich tagebuch udn lese mir die etappe fuer den naechsten tag durch. um ca. 1900 wird gegessen und um 2200 ist nachtruhe.
so mittlerweile stehen schon wieder pilger hinter mir die gerne an den computer moechten!
ich befinde mich momentan wieder aleine auf meinem weg, lerne fast taeglich neue intereassante leute kennen und denke oft an jene die mich nur ein stueck begleitet haben....
buen camino!!
11. September 2011
ankommen und geniessen...
zuerst das wichtigste...mir gehts es einfach nur richtig gut!!
am ersten tag hab ich kay am flughafen getroffen, wir hatten uns ueber das pilgerforum kennengelernt, und haben die erste nacht in bilbao verbracht. am dienstag (6.9) ging es weiter mit dem bus nach pamplona und von dort die erste etappe 11,5km nach zariquiegui. dort gab es leider nur eine kleine herberge und die war voll. die naechste etappe haett ich am ersten tag nicht geschafft und so beschlossen wir im freien zu uebernachten. johannes, ein netter oberoesterreicher aus wels hat uns sein zelt geliehen...eigentlich ein ein-mann-zelt meiner meinung nach. alles gut und um mitternacht ging die giessanlage im garten an...der rasen war nicht umsonst so gruen vor der kirche. tsch tsch tsch...und das 1 1/2 stunden lang. ich muss jetzt noch lachen!! aber wir blieben trocken!
am naechsten tag schaffte ich 23km. es war bruetend heiss. 35 grad im schatten. ziel cirauqui. eine tolle herberge und dort trafen wir christian und petra, die beiden werden wir bzw ich noch oefters treffen, ihr rueckflug geht am 6.10 retour. am freitag schaffte ich 31km an einem tag...nie haette ich gedacht, dass ich so viel gehen kann. bis jetzt kam mir kein raunzen und kein fluchen aus. es hat sich gelohnt geld in meinen rucksack und die schuhe zu stecken...keine blasen, keine rueckenschmerzen.
heute gibt es ein dorffest in azofra...die paella kocht schon!
ich geniesse den camino in vollen zuegen und bin schon wehmuetig, weil sich kay und mein weg bald trennen werden.
gruesse aus spanien!
denk an euch!
am ersten tag hab ich kay am flughafen getroffen, wir hatten uns ueber das pilgerforum kennengelernt, und haben die erste nacht in bilbao verbracht. am dienstag (6.9) ging es weiter mit dem bus nach pamplona und von dort die erste etappe 11,5km nach zariquiegui. dort gab es leider nur eine kleine herberge und die war voll. die naechste etappe haett ich am ersten tag nicht geschafft und so beschlossen wir im freien zu uebernachten. johannes, ein netter oberoesterreicher aus wels hat uns sein zelt geliehen...eigentlich ein ein-mann-zelt meiner meinung nach. alles gut und um mitternacht ging die giessanlage im garten an...der rasen war nicht umsonst so gruen vor der kirche. tsch tsch tsch...und das 1 1/2 stunden lang. ich muss jetzt noch lachen!! aber wir blieben trocken!
am naechsten tag schaffte ich 23km. es war bruetend heiss. 35 grad im schatten. ziel cirauqui. eine tolle herberge und dort trafen wir christian und petra, die beiden werden wir bzw ich noch oefters treffen, ihr rueckflug geht am 6.10 retour. am freitag schaffte ich 31km an einem tag...nie haette ich gedacht, dass ich so viel gehen kann. bis jetzt kam mir kein raunzen und kein fluchen aus. es hat sich gelohnt geld in meinen rucksack und die schuhe zu stecken...keine blasen, keine rueckenschmerzen.
heute gibt es ein dorffest in azofra...die paella kocht schon!
ich geniesse den camino in vollen zuegen und bin schon wehmuetig, weil sich kay und mein weg bald trennen werden.
gruesse aus spanien!
denk an euch!
5. September 2011
DANKE
dieser post wird exakt zu der zeit veröffentlicht, wenn ich mich im flugzeug befinde...
an dieser stelle möchte ich DANKE sagen. ich habe mich wahnsinnig gefreut über die vielen lieben kleinen geschenke, briefchen, mails und sms die ich in den letzten tagen bekommen habe. es ist wirklich schön zu sehen wie ihr, meine liebsten, mit mir mitfiebert, mich von anfang an unterstützt habt und mir immer ein offenes ohr geliehen habt. ich weiß viele von euch würden am liebsten mit mir gehen und leider ist es momentan nicht möglich... aber ich verspreche euch in gedanken immer bei mir zu haben!
ich habe mir vorgenommen, einzelne tage auf meiner reise bestimmten personen zu widmen. personen, die ich meine freunde nennen darf, aber auch und das ist viel schwieriger personen, die dies nicht sind.
ich möchte mich einer bestimmten angst stellen und ich möchte mich selbst besser kennenlernen.
ein trauriges ereignis brachte mich auf diesen plan den jakobsweg zu gehen und so widme ich diese reise zwei leuten, die leider nicht mehr unter uns sind! ich werde euch nie vergessen!
an dieser stelle möchte ich DANKE sagen. ich habe mich wahnsinnig gefreut über die vielen lieben kleinen geschenke, briefchen, mails und sms die ich in den letzten tagen bekommen habe. es ist wirklich schön zu sehen wie ihr, meine liebsten, mit mir mitfiebert, mich von anfang an unterstützt habt und mir immer ein offenes ohr geliehen habt. ich weiß viele von euch würden am liebsten mit mir gehen und leider ist es momentan nicht möglich... aber ich verspreche euch in gedanken immer bei mir zu haben!
ich habe mir vorgenommen, einzelne tage auf meiner reise bestimmten personen zu widmen. personen, die ich meine freunde nennen darf, aber auch und das ist viel schwieriger personen, die dies nicht sind.
ich möchte mich einer bestimmten angst stellen und ich möchte mich selbst besser kennenlernen.
ein trauriges ereignis brachte mich auf diesen plan den jakobsweg zu gehen und so widme ich diese reise zwei leuten, die leider nicht mehr unter uns sind! ich werde euch nie vergessen!
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